Einführung

Das Delitzscher Land liegt im Nordwesten Sachsens und umfasst den westlichen Teil des Landkreises Nordsachsen. Es grenzt im Norden und Westen an Sachsen-Anhalt. Im Süden schließen sich die Städte Markranstädt und Leipzig an sowie im Osten die Dübener Heide. 

Das Gebiet umfasst eine Fläche von 580,14 km² mit 10 Kommunen und 110 Ortschaften im Landkreis Nordsachsen. Derzeit leben insgesamt 80.849 Einwohner in der Region. 

Es liegen die folgenden zehn Kommunen vollständig im LEADER-Gebiet Delitzscher Land. 

Akustische Reise durch den Leipziger Norden – Das delitzscher land

Im Sommer 2021 haben Studierende der TU Dresden einen besonderen Blick auf das Delitzscher Land geworfen. In zahlreichen Gesprächen mit regionalen Akteur*innen entstand ein Film, der die Region porträtiert. Auch weitere Regionen rund um Leipzig werden thematisiert. Der Teil zum Delitzscher Land startet ab Minute 04:04. 

Der Film entstand durch Studierende des Studiengangs Landschaftsarchitektur der TU Dresden im Rahmen der Sommerschule „Landschaft in Suburbia“ (Organisation: K. Anders, C. Schmidt, P. Herrmann, F. Etterer). Die Sommerschule ist Bestandteil des BMBF-Verbundvorhabens „StadtLandNavi“ (stadtlandnavi.de/). 

Delitzscher Landinventur

Was ist die Delitzscher Landinventur?

Mit der Landinventur werden Daten über die Dörfer erhoben, von den Bewohner:innen selbst mithilfe einer digitalen Plattform. Die Ergebnisse machen die Lebensrealität und Besonderheiten der Dörfer sichtbar. Mit diesem Wissen wollen wir ein anderes Bild des ländlichen Raumes zeigen, als in den Medien und viel zu groben Statistiken erzählt wird. 

Entwickelt und erprobt wurde die Landinventur in Mecklenburg-Vorpommern als gemeinsames Projekt von Bürger:innen und Forscher:innen. Im Oktober 2021 haben wir diese Idee ins Delitzscher Land geholt. Eine Delitzscher Landinventur. 

Die Dateneingabe erfolgt über www.landinventur.de. Hier können Sie sich auch alle erhobenen Dörfer auf einer interaktiven Landkarte ansehen und ihre eigenen Auswertungen vornehmen.

Daten über die Delitzscher Landinventur

Erhoben wurden unsere Daten im Oktober und November 2021. Sie beschreiben das Leben, Ernten Wirtschaften und das Engagement auf den Dörfern im Delitzscher Land. Sie kommen aus 71 der 108 Dörfer, also ca. 65% und geben ein durchaus repräsentatives Bild ab. In ihrer Genauigkeit sind die Dorfdaten unterschiedlich, wurden aber in aller Regel sehr gewissenhaft eingetragen und setzen sich aus der Perspektive bzw. gemeinsamen Erhebung mehrerer Bewohner und Bewohnerinnen zusammen. 

  • 10 Haltepunkte der mobilen Forschungsstation
  • 71 Dörfer wurden bis November 2021 eingetragen
  • Über 120 Beteiligte vor Ort
  • Über 2500 Orte von besonderem Interesse wurden kartiert
  • Über 5500 Datenpunkte gesammelt
  • Zahlreiche Presseartikel sind über die Landinventur im Delitzscher Land erschienen

Geschichten in Zahlen – Erkenntnisse aus der Delitzscher Landinventur

Die folgenden Auswertungen stammen aus dem Abschlussbericht des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung (S. 9/10) und beziehen sich auf die inventarisierten 71 Dörfer. 37 Dörfer des Delitzscher Landes wurden bislang noch nicht erfasst. Auch die drei Kernstätte Delitzsch, Schkeuditz und Taucha fanden keinen Eingang in die Landinventur.

Biegt man ins Delitzscher Land ein, verändert sich der Blick. Die Landschaft dehnt sich aus und zwischen den weiten Feldern braucht es einen Moment, bis man Anhaltspunkte zur Orientierung findet und erst auf den zweiten Blick werden die Differenzen und Feinheiten deutlicher: eine große Gewerbeansammlung auf der einen und die kleine Windmühle auf der anderen Seite. Es gibt hier große Orte mit großen Unternehmen, Neubaugebiete und viel Zuzug. Aber auch kleine Dörfer mit großen Gärten hinter historischen Vierseithöfen und verschlungenen Straßen. Die Vielseitigkeit dieser Orte spiegelt sich auch in den gesammelten Daten wider. Zwar haben wir mit der Landinventur ein Durchschnittsdorf als Anhaltspunkt berechnet, aber der Blick auf die Karten verrät weiterhin: Das Delitzscher Land ist eine Region sehr unterschiedlicher Größen, Geschichten und Besonderheiten.

Leben

Vor Ort, beim Durchführen der Landinventur, spürt man den Pragmatismus und die Gründlichkeit, mit denen Aufgaben angegangen werden. Ähnlich sachlich ist auch der Blick in die Zukunft. Nicht verträumt, aber auch nicht desinteressiert. Überraschenderweise waren einige Themen von weniger Interesse, als man es ursprünglich erwartet hätte. Die Nähe zur Kulturmetropole Leipzig, die Bedeutung von Flughafen und Logistikunternehmen und der damit einhergehende Verkehr spiegeln sich zwar in den Ergebnissen wider, waren in den persönlichen Gesprächen aber kaum von Bedeutung. Vielmehr wurden die Geschichten der Orte mit vielen spannenden, manchmal Jahrzehnte zurückliegender Anekdoten nähergebracht. Das verwundert nicht, denn viele Orte sind doch von starken Umbruchmomenten, die sich im kollektiven Gedächtnis verankert haben, geprägt. Fluten wie in Sausedlitz, Schließungen von Ausbildungsstätten und LPGs, Tagebaue, denen Orte wie Lössen komplett weichen mussten oder das neue Leben, zu dem der Ort Lemsel gefunden hat, nachdem ihm die Devastation gerade noch erspart blieb. Für diese Unterschiedlichkeit sind unter anderem die verschiedenen Gebäudearten ein Indikator. In einigen Dörfern wurde zu DDR-Zeiten kaum mehr gebaut, weil man dort zum Abbaggern bereit war, andere wiederum wiesen nach der Wende Einfamilienhausgebiete aus und wuchsen rasant. Diese sehr unterschiedlichen Dynamiken nah beieinander sind eine große Besonderheit der Region. Und zwischen all den kleinen Erzählungen spürt man, dass diese Geschichte ein großes verbindendes Element in der Region ist. Die Menschen kennen sich, oft mit Namen und das durchaus auch in größeren Orten.

All das wird über Generationen weitergetragen, obwohl die Region stetig wächst. Die Fragen zur Einwohnerentwicklung der Dörfer sind meist am kniffligsten auszufüllen. Aber es lässt sich erkennen, dass der Abwanderungsknick nach der Wende zwar vorhanden, aber nicht sehr stark war. Die Zahlen der Wegziehenden nimmt, wie auch die Zahl der Zuzügler:innen leicht ab. Die Geburten dagegen nehmen leicht zu. Ergänzend dazu lohnt sich der Blick auf die Gebäude. Der Anteil an Wohngebäuden aus DDR-Zeiten und denen nach der Wende ist in etwa gleich groß. Im Schnitt gab es also ein konstantes Wachstum und somit auch äußerliche Veränderung. Mehr als ein Viertel aller Wohngebäude sind erst in den letzten 30 Jahren gebaut worden und zwar vor allem im Süden Richtung Leipzig und rund um das Schkeuditzer Kreuz. Je weiter nördlich man kommt desto historischer die Gebäudestruktur.

Im größten Teil der Dörfer überwiegt der Anteil der 30-64 Jährigen, gefolgt vom Anteil der über 65 Jährigen. Aber immer wieder finden sich auch sehr „junge Orte“ wie Naundorf, Biesen oder das kleine Gostemitz wo die Altersgruppe der 0-17 Jährigen rund einen Viertel der Bewohner:innen ausmachen. Hier lohnt sich ein Blick was diese Region attraktiv für junge Menschen macht. Im Schnitt weicht der Altersdurchschnitt aber kaum von Bundesdurchschnitt ab.

Doch wer ist dort eigentlich und vor allem, wann? Tagsüber sind die Orte deutlich leerer als abends. Kinder und Jugendliche dazugezählt, pendeln 50% der Einwohner:innen täglich aus und ein. In manchen Dörfern sind es sogar bis zu 85%, die tagsüber nicht im Ort sind. Dort, wo viele Rentner:innen leben oder Schulen und lokales Gewerbe vorhanden ist, sind ein Großteil der Anwohner:innen auch tagsüber im eigenen Wohnort.

Ernten

Wirtschaft

Landwirtschaftsbetriebe, vor allem die größeren, lassen sich vermehrt im Norden finden, wo die Region weniger dicht bewohnt ist. Anhand der unterschiedlichen Betriebe lassen sich sehr unterschiedliche Geschichten der LPG Umformungen und Auflösungen ablesen, die teilweise große Auswirkungen auf das Zusammenleben vor Ort hatten. Dieser wirtschaftliche Wandel zeigt sich auch in den Zahlen. Von allen Wirtschaftsbetrieben macht die Landwirtschaft heute nur noch einen Anteil von 16% aus. Das Handwerk ist hier noch stark und macht einen Drittel der Betriebe aus. Mit 42% machen Dienstleistungsbetriebe den größten Anteil aus, wobei auch Handel und Produktion durchaus von Bedeutung sind. Wirtschaftlich scheint das Delitzscher Land gut aufgestellt zu sein. Vor allem im Süden und um das Schkeuditzer Kreuz haben sich eine Vielzahl von Betrieben angesiedelt. Im Süden, wo die Orte auch tendenziell größer sind, lassen sich entsprechend viele Ausstattungselemente finden. Aber auch die kleineren Dörfer haben eine gute Grundausstattung in Form von Spielplatz, Kirche, Feuerwehr und oft auch Dorf- oder Gemeindehaus. Vor allem die Anbindung mit dem Bus ist sehr gut. Der Bus kommt oft und in 90% der Dörfer. Bei der Frage was es nicht mehr gibt, zeigt sich aber auch, dass man früher weniger Anlässe hatte, den eigenen Ort zu verlassen. Gasthof oder Kneipe, Schule meist auch Einkaufsladen und Kindergarten gehörten mal zur Grundausstattung der Dörfer.

Engagement

Historisch kamen viele Umsiedler:innen in die Region und viel Zusammenhalt entstand durch die großen LPGs, die heute nicht mehr in dieser Form existieren. Diese Brüche wirken bis in die heutige Vereinslandschaft. Doch auf den Dörfern findet man sich noch immer zusammen. Die üblichen Anlässe, ob Osterfeuer, Dorf- und Feuerwehrfest oder die Weihnachtsfeier werden gemeinsam gefeiert. Man kümmert sich um Gemeinschaft, Freizeit, Kultur und Tradition oder treibt gemeinsam Sport. Und das auch über die eigenen Dorfgrenzen hinweg, was die Zahl der 21% Mitglieder aus anderen Dörfern zeigt. Freie Gruppen und Einzelpersonen machen zusammengerechnet 28% aus und sind in keinem anderen Register vorhanden, obwohl auch sie eine hohe Auswirkung auf das Dorfleben haben. In einigen Orten lassen sich mehr Engagierte und Vereinsmitglieder als Einwohner:innen finden, da es oft ein mehrfaches Engagement einzelner Personen gibt. Da bringen einige wenige manchmal sehr viel voran, was ein großartiges Engagement ist, aber auch die Gefahr der Überlastung mit sich bringt. Über die gesamte Region lässt sich ein dichtes Netz an Sozialen Orten finden, was zeigt, dass nicht nur die Zentren, sondern auch die kleineren Dörfer Orte des Zusammenkommens und Treffens sind.

Es zeigt sich also, dass das Delitzscher Land lebendig, geschäftig und überraschend vielseitig ist. Trotz struktureller Differenzen, einerseits durch die unterschiedliche Entwicklung nach der Wende und andererseits die Nähe bzw. Distanz zur Stadt Leipzig, eint die Menschen hier eine ähnliche Mentalität und Lebenseinstellung. Der stetige Wandel aus der Geschichte setzt sich fort und die Region entwickelt sich dynamisch. Der differenzierte Blick auf Dorfebene zeigt, dass sich die vergangenen und aktuellen Entwicklungen lokal sehr unterschiedlich ausprägen, sich darin aber überall Qualitäten finden lassen, die es zu stärken gilt, um die hohe und vor allem diverse Lebensqualität der Region zu bewahren und auch in Zukunft für ganz verschiedene Menschen attraktiv zu sein.

Landinventur in Hohenprießnitz
Landinventur in Hohenroda

Regionsbeschreibung aus der SWOT

Wirtschaft und Arbeit

Stärken

  • starkes Logistik-Cluster
  • hohe Beschäftigtenquote
  • Nähe zu Leipzig und Halle
  • Ertragreiche und großschlägige landwirtschaftliche Fläche
  • Große Bemühungen beim Ausbau erneuerbarer Energien in der Vergangenheit
  • Sehr gute überregionale Verkehrsanbindung
  • qualifiziertes Arbeitsplatzangebot in der Region

Schwächen

  • geringer Bestand regional wirtschaftender Unternehmen
  • wenig Verwurzlung der mittelständigen Unternehmen in der Region
  • Fachkräftemangel (insbes. in Tourismus, Gastronomie, Landwirtschaft)
  • wenig Direktvermarkter
  • wenig Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in der Region
  • geringer Bestand an Klein- und Kleinstunternehmen
  • hohes Pendler:innenaufkommen und wenig Verknüpfung von Arbeiten und Wohnen

Chancen

  • starkes Logistik-Cluster
  • hohe Beschäftigtenquote
  • Nähe zu Leipzig und Halle
  • Ertragreiche und großschlägige landwirtschaftliche Fläche
  • Große Bemühungen beim Ausbau erneuerbarer Energien in der Vergangenheit
  • Sehr gute überregionale Verkehrsanbindung
  • qualifiziertes Arbeitsplatzangebot in der Region

Risiken

  • starkes Logistik-Cluster
  • hohe Beschäftigtenquote
  • Nähe zu Leipzig und Halle
  • Ertragreiche und großschlägige landwirtschaftliche Fläche
  • Große Bemühungen beim Ausbau erneuerbarer Energien in der Vergangenheit
  • Sehr gute überregionale Verkehrsanbindung
  • qualifiziertes Arbeitsplatzangebot in der Region

Grundversorgung und Lebensqualität

Stärken

  • wachsende Bevölkerungszahlen in der Re­gion
  • Wohlstandsanstieg durch wirtschaftliche Entwicklung
  • gute Gesundheitsversorgung in der Region
  • hohes soziales Engagement durch Verein­sarbeit
  • gute Einkaufsmöglichkeiten in den zentra-len Orten und größeren Gemeinden
  • gutes Kinderbetreuungsangebot
  • zeitgemäßer Breitbandausbau
  • dichtes ÖPNV-Netz mit S-Bahnanschlüs­sen nach Leipzig und Halle
  • sehr gute überregionale Verkehrsanbin­dung

Schwächen

  • Landschaftsverlust durch Siedlungs- und Wirtschaftswachstum
  • Defizite im Mobilitätsangebot jenseits des motorisierten Individualverkehrs, beson­ders abseits der städtischen Gebiete im Norden und Osten der Region
  • geringe Nutzungsdichte der ÖPNV-Ange­bote
  • Potenzial des Radverkehrs vor dem Hin­tergrund des wachsenden Bedarfs nicht ausreichend genutzt
  • zu wenige Freizeitangebote für Jugendli­che undjunge Erwachsene
  • zu wenig Wohnraumangebote für spezifi­sche Bedarfe
  • teilweise Defizite in der Versorgung mit regional produzierten Wirtschaftsgütern

Chancen

  • gesicherte Versorgungsstandorte durch Bevölkerungszuwachs
  • gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt durch Bevölkerungswachstum
  • Dorfgemeinschaften als tragfähige Struk­turen für den Ausbau der Gemeinwesenar­beit
  • Förderung der Willkommenskultur
  • Potenzial an Ehrenamt der Generation Ü60 nutzen
  • Gestaltungsmöglichkeiten durch Zuzug für strategische Siedlungsentwicklung nutzen
  • Potenzial für attraktive Radregion
  • Energie der jungen Bevölkerung für Verän­derungsprozesse nutzen

Risiken

  • schwindendes soziales Engagement durch rückläufige Mitgliederzahl in Vereinen durch COVID-19-Pandemie
  • Anpassungs- und Neubedarf an Infra­strukturen
  • Überforderung Einzelner im Ehrenamt Ak­tiver
  • Hohe Nachfrage nach Bauland führt zur Flächenverlust
  • Soziale Konflikte durch fehlende Integra­tion

Tourismus und Naherholung

Stärken

  • attraktiven Seenlandschaft mit Aktivange­boten und geschützten artenreichen Na­turräumen
  • unberührte Auenlandschaft an der Mulde
  • Gemeinsame Vermarktung durch die Des-tination „Leipzig Region“
  • sehr gute überregionale Anbindung
  • überregional bedeutsame Radwege
  • baukulturelle und kulturhistorische High­lights (z.B. Mühlenregion Nordsachsen, Schlösser)
  • historische Park- und Gartenanlagen
  • kulturelle Highlights mit überregionalem Potential (z.B. Haynaer Strand, Genossen­schaftsmuseum)
  • gutes Reitangebot (Reiterhöfe, Reiterdorf Löbnitz)
  • Gästepotential durch die Großstadt Leipzig mit Erholungsbedarf

Schwächen

  • zu wenig regionale, attraktive Rundwege (Wandern, Reiten, Radfahren)
  • Seen teilweise unzureichend erschlossen (sowohl Infrastruktur, als auch Marketing)
  • fehlende Entwicklung und Vermarktung von historischen Parkanlagen Quantitäts­defizite in der Beherbergung und Gastro­nomie insbesondere entlang von Radrou­ten
  • geringe Vielfalt und Qualitätsdefizit bei Beherbergung und Gastronomie (z.B. bar­rierefreie Angebote)
  • geringer Vernetzungsgrad einzelner tou-ristischer Angebote
  • zu wenig organisierte Erlebnisangebote
  • Nutzungskonflikte mit Naturschutz
  • Sehenswürdigkeiten teilw. nicht zugängig (z.B. Mühlen)
  • Leit- und Informationssystem nicht voll­ständig und fehlende digitale Informati­onsangebote
  • Lärmbelastung durch drei Flughäfen, kein Nachtflugverbot
  • Mangel an saisonverlängernden und sai­sonunabhängigen Angeboten
  • zu geringe Berücksichtigung von regiona­len Qualitäten (z.B. regionale Produkte)

Chancen

  • Tourismusverein LEIPZIG REGION bietet professionelle Organisationsstruktur für Ausbau, Vernetzung und Vermarktung tou­ristischer Potenziale
  • wachsende Zielgruppe der „Best Ager“ durch demografischen Wandel
  • steigende Nachfrage nach Nahzielen
  • wachsende Attraktivität der Region für Tourist:innen, Bewohnende und Unterneh­men mit hohem Anspruch an ein mitarbei­terfreundliches Umfeld
  • Potenzial für naturnahen Tourismus mit Umweltbildung
  • Entwicklung hin zur erlebnisreichen und modernen Wasserregion
  • Entwicklung als attraktive Radregion

Risiken

  • Gefährdung des Erholungspotentials durch neue Infrastrukturen
  • fehlende Profilierung von Angeboten und touristischer Infrastruktur bei gleichzeitig wachsender Konkurrenzsituation zu an­grenzenden Destinationen und Angeboten
  • Fachkräfte- und Nachfolgemangel der Be­herbergungs- und Gastronomiebetriebe
  • geringe Beachtung von Qualitätsstan­dards in Angebot und Service
  • Empfindlichkeit der neuen Landschaften (z.B. Uferbefestigung)
  • Digitalisierung wird durch Anbietende nicht berücksichtigt

Bilden

Stärken

  • Gutes Angebot der Kindertagesbetreuung
  • Schulstandortsicherheit durch stabile Schüler:innenzahlen
  • Organisationsstrukturen und Infrastruk­tur mit breitem Angebot für Erwachse­nenbildung vorhanden (auch digital)
  • Wachsender Bildungshunger der „Best A­ger“
  • Infrastruktur für digitale Bildungsange­bote vorhanden

Schwächen

  • Fachkräftemangel im Bildungsbereich
  • örtlich teils sehr hohe Auslastung der Bil­dungseinrichtungen
  • geringe Auseinandersetzung mit Folgen der hohen regionalen Wachstumsdynamik
  • fehlende spezifische Inhalte in der Er­wachsenenbildung
  • Mängel in der digitalen/räumlichen Er­reichbarkeit von Bildungsangeboten
  • Mangel an Bildungs- und Begegnungsan­geboten zur Förderung der Integration
  • Nicht ausreichende Angebote im Bereich BNE

Chancen

  • Vielfältigere Bildungsangebote durch stabile Auslastung
  • Stärkung von bürgerschaftlichem Engage­ment durch spezifische Bildungsangebote
  • nachhaltige Entwicklung der Region durch Bildung und Sensibilisierung
  • Integration von Zuziehenden und Mig­rant:innen durch passende Bildungs- und Partizipationsangebote
  • Verknüpfung von schulischen und außer­schulischen Bildungsangeboten

Risiken

  • Schaffung von Überkapazitäten durch kurzfristigen Nachfragedruck
  • Punktuelle Überlastung der Bildungsinfra­struktur durch Bevölkerungszuwachs
  • Fehlendes Zueinanderfinden von Bildungs­angebot und Nachfrage

Umwelt und Natur

Stärken

  • Vielzahl von (großflächigen) Schutzgebie­ten und Natura 2000 Gebieten mit hohem naturschutzfachlichem Wert
  • geringe Zersiedlung
  • Diversität an Lebensräumen (Land und Wasser)
  • rechnerisch überdurchschnittlich hohe Deckung des Bedarfs elektrischer Energie durch erneuerbare Energien
  • Mix an erneuerbaren Energien (Freiflä­chen-Photovoltaik, Auf dach-Photovoltaik, Windenergie, Biomasse)
  • Interessenausgleich durch aktiven Land­schaftspflegeverband

Schwächen

  • strukturarme, ausgeräumte Landschaft
  • mangelnde ökologische Gewässergüte vie­ler Fließgewässer( -abschnitte)
  • starke Zunahme von Trockenperioden mit Absinken des Grundwasserspiegels und Austrocknung von Oberflächengewässern
  • unsanierte Gewässer II. Ordnung, Gräben und Teiche bedürfen Sanierung
  • ungenügender Hochwasserschutz in eini­gen Gemeinden bei Starkregen
  • hoher Grad an Neuversieglung
  • fehlende Institutionalisierung der Themen Klimaschutz und erneuerbare Energien

Chancen

  • Potenzial der Bergbaufolgelandschaft für naturnahe Landschaftsentwicklung
  • Schaffung von Biotopverbünden durch Strukturanreicherungen
  • Boden- und Wasserschutz durch nachhal­tige Landbewirtschaftung
  • Aufwertung von Flächen durch abge­stimmte Ausgleichsmaßnahmen der Ent­sieglung und Renaturierung
  • Potenzial für Wasserhaushalt und land­schaftliche Strukturelemente durch Viel­zahl von vorhandenen Gräben
  • Verbindung von Effizienz und Steigerung regionaler Wertschöpfung beim Repowering und Ausbau von erneuerbarer Energien
  • Schaffung von Synergieeffekten durch re­gional abgestimmte Klimaschutzmaßnah­men

Risiken

  • klimawandelbedingte Temperaturerhö­hung, Niederschlagsrückgang und Extrem­wetterereignisse mit negativen Folgen für Ökosysteme
  • Winderosionsgefährdung auf feinsandrei­chen Böden
  • Konflikte beim Ausbau erneuerbarer Ener­gien
  • Zunehmende Versieglung durch Flächen­verbrauch für Gewerbe- und Wohnraum­entwicklung
  • Wasserabfluss durch ungepflegte und we­nig naturnah entwickelte Wasserkörper teilweise nicht gesichert
  • steigende Problematik der Löschwasser­bereitstellung

Auqakultur und Fischerei

Stärken

  • große Gewässerflächen in der Region
  • Fischereibetrieb mit regionaler Verwurz­lung
  • regionale Produkte als Trendthema
  • Wachstumstendenz für Angeln und Fi­schen in Tourismus und Naherholung
  • starke Interessenvertretung in der Region
  • überregional vernetztes Entwicklungsbe­streben

Schwächen

  • große Gewässerflächen mit geringen Fangmengen
  • geringe Bekanntheit regionaler Fischpro­dukte
  • fehlende regionale Vermarktungslinien
  • geringes Potenzial an Fachkräften

Chancen

  • Entwicklung der Bergbaufolgeseen zu fi­schereilich nutzbaren Gewässern
  • Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösun­gen für Angeln und Fischerei
  • Steigerung von Wertschöpfung und Iden­tität durch regionale Fischprodukte und Angelerlebnisse

Risiken

  • Interessenkonflikte zwischen Fischerei­wirtschaft und anderen Nutzungen an den Seen
  • fehlende Finanzkraft/ Umsätze für Inves­tition in nachhaltige Technologie
  • Rückschläge bei der Entwicklung eines na­türlichen Fischbesatzes in den Berg­baufolgeseen